Der neue Roman von Adelheit Szekeresch
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Regen, das sind die Tränen, die man nicht weinen kann. Wenn du nicht weinen kannst, dann weint der Regen für dich ...
Regentränen ist ein Liebes-/Abenteuerroman mit historisch-politischem Hintergrund, der sich an all diejenigen richtet, die sich daran erinnern wollen, wie wir mit den Fesseln des Eisernen Vorhangs und den Auswirkungen seiner Gesetzlichkeiten gelebt und unter ihnen gelitten haben.
Er erzählt die Geschichte von Alina und Paul, zwei jungen Leuten, die nichts anderes wollen, als miteinander glücklich sein. Aber es ist ihnen nicht gestattet: Die Eltern erlauben es nicht, die äußeren Umstände erlauben es nicht, das System erlaubt es nicht.
... und die Fesseln, die sie mir damals angelegt haben, die habe ich nie wieder abgelegt. Nie wieder ...
Adelheit Szekeresch, in Lugosch/Rumänien geboren
und aufgewachsen, hat in Temeswar Medizin studiert und ist im Mai 1989
gemeinsam mit ihrem Mann aus dem damals noch sozialistischen Rumänien
geflüchtet.
Ihr erster Roman mit dem Titel Papierflugzeug ist 2013
im Pop-Verlag Ludwigsburg erschienen.
Regentränen , 540 Seiten, ISBN 978-3-86356-430-8,
erschienen im gleichen Pop-Verlag, ist bestellbar beim Verlag, bei Amazon,
oder, gern auch mit Widmung falls gewünscht, bei der Autorin selbst
(adelheit.szekeresch@gmx.de).
"Regentränen" - Liebe in schwierigen Zeiten
Artikel erschienen in der Banater Post Nr. 8 vom 20.
April 2026
Barbara Zeizinger im Gespräch mit Adelheit Szekeresch
Das Gespräch fand anlässlich der Veröffentlichung
des zweiten Romans der Autorin statt: Regentränen - die Geschichte
eines jungen Paares im Rumänien der Ceausescu-Zeit.
Das Foto lag noch immer auf dem Tisch. Mit diesem
Satz beginnt die spannende und gleichsam berührende Geschichte von
Paul und der Lini genannten Alina, deren Leben wir mit all seinen unglaublichen
Wendungen mehr als fünfhundert Seiten lang atemlos verfolgen.
Es ist nämlich Paul, der im Jahr 1989 ein Urlaubsfoto
seines Sohnes Frank betrachtet, auf dem dessen rumänische Ferienbekanntschaft
Corina zu sehen ist. Und dieses Mädchen sieht seiner großen
Liebe Lini verblüffend ähnlich.
Es ist nicht sie! Es ist irgendein Mädchen, versucht
Paul sich immer wieder einzureden. Vielleicht einfach nur ein junges Mädchen,
das die gleichen Haare hat. Die gleichen Augen. Den gleichen Mund. Die
gleichen Gesichtszüge. Die gleiche zierliche Figur ...
Aber bereits während er das denkt, spürt er,
dass es nicht stimmt.
Es ist nicht irgendein Mädchen
Warum jetzt, fragt er sich, jetzt, da er sein Leben endlich
wieder im Griff, seinen Dämonen entsagt und sein Lebensziel erreicht
hat. Ein angesehener Oberarzt in einer Münchner Klinik ist.
Sie muss ihre Tochter sein! weiß Paul in seinem
Innersten, und auch, dass er herausfinden will und muss, wie es Lini geht
und was nach ihrer unfreiwilligen Trennung vor vielen Jahren wirklich geschehen
ist. Er braucht endlich eine Antwort auf die Frage, warum sie nie auf seine
Briefe reagiert, warum sie ihn aufgegeben hat.
Er beschließt, nach Temeswar zu fahren, sein Sohn
begleitet ihn dabei, und im Verlauf dieser Reise erfährt er und mit
ihm erfahren auch die Leserinnen und Leser von Linis dramatischem Leben.
Die Story fängt 1970 an, als sich die beiden an
der Uni bei der Aufnahmeprüfung zum Medizinstudium melden. Sie verlieben
sich, aber von Beginn an ist klar, dass die Beziehung keine Chance hat.
Lini stammt aus einer der angesehensten Familien Temeswars, ihr Vater ist
ein über Temeswars Grenzen hinaus bekannter Professor der Medizin.
Pauls Eltern hingegen leben in prekären Verhältnissen. Pauls
Vater ist ein stadtbekannter Säufer.
Da der Herr Professor hochtrabende Pläne mit seiner
Tochter hat, passt natürlich so jemand wie Paul nicht in sein Welt-
und Lebensbild. Allerdings trügt der Schein, denn hinter der Fassade
hat Lini es mit einem äußerst brutalen Vater und Bruder zu tun,
die nicht davor zurückschrecken, Paul Gewalt anzutun und auch in Linis
Leben gewalttätig einzugreifen.
Paul und Lini gelingt es anfangs, sich immer wieder heimlich
zu treffen und sogar zwei Wochen lang zusammen zu verreisen. Doch es ist
nur die Ruhe vor dem Sturm.
Es ist Pauls Bruder, der ihm den Ansatz zu einer Lösung
liefert, begleitet von den Worten: Mensch, willst du nicht weg hier? Raus
aus dieser ganzen, elenden Scheiße?
Es ist also eher Zufall, dass Paul und Lini sich auf
ein solch unglaubliches Abenteuer einlassen. Ein Zufall, der für den
gesamten Weitergang verantwortlich ist. Die mehr als dreißig Seiten,
auf denen Adelheit Szekeresch diesen beschreibt, sind durch ihre Spannung
und Dichte einer der Höhepunkte des Romans. Man fiebert mit, hofft,
dass die jungen Leute ihr Ziel erreichen.
Es gelingt ihnen wider Erwarten auch, ans Ziel ihrer
Träume zu kommen. Zumindest scheinbar.
Paul spürte fast das Herz in die Hose rutschen,
heißt es schließlich. Wir sind gerettet! Lini, wir sind gerettet,
stammelt er.
Doch das sind die letzten Worte, die er zu Lini sagen
kann, und das ist gleichzeitig der Wendepunkt des Romans, denn ab diesem
Zeitpunkt geht alles einen komplett anderen Gang als geplant, und ihrer
beider Leben verläuft während der nächsten achtzehn Jahre
in völlig unterschiedlichen Bahnen.
Wie die Handlung weitergeht, wird nicht chronologisch
erzählt, sondern die Kapitel wechseln zwischen 1970 und 1989 ab, und
so erfahren wir Linis dramatische Geschichte erst nach und nach.
Dies ist einer der Gründe, weshalb es Adelheit Szekeresch
gelingt, über 540 Seiten den Spannungsbogen hochzuhalten. Hinzu kommt
ihre dichte Erzählweise mit vielen Details und Dialogen, die vor allem
bei der Beschreibung gefährlicher Situationen mit den unterschiedlichsten
Personen stets den richtigen Ton treffen.
Am Ende des Romans steht schließlich im Dezember
1989 die Revolution von Temeswar und der Sturz Ceausescus ins Haus. So
gesehen klingt der Roman historisch korrekt und authentisch aus. Doch auch
diese nicht zu unterschätzende Hürde muss von den beiden irgendwie
genommen werden.
Adelheit Szekeresch, Regentränen, Roman, Pop Verlag Ludwigsburg 2026; 29,90 Euro; ISBN 978-3-86356-430-8. Bestellbar beim Verlag, bei Amazon, oder, gern auch mit Widmung falls gewünscht, bei der Autorin selbst (adelheit.szekeresch@gmx.de).
Barbara Zeizinger