Chronik der Gemeinde Ebendorf bis 1930
von Julius Köhler


 
 
 
 
  

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Vorwort des Verfassers
 

Die nachfolgende Geschichte der Gemeinde Ebendorf habe ich nach authentischen Quellen zusammengestellt. Die Grundlage und den Stoff hierzu verschaffte ich mir aus dem Hofkammerarchiv in Wien und aus den hierortigen Kirchenbücher, wie auch durch Berichte älterer Gemeindebewohner.
Diese kleine Monographie  habe ich meinen lieben Ebendörfer Landsleuten in deutscher Treue gewidmet und damit der Nachkommenschaft einen  Einblick in das Leben und Sterben, Leiden und Streiten eines wackeren Kollonistenstammes gegeben, der sich seit 150 Jahren trotz langer  harter Mühe und Bedrängnis aller Art dennoch zu menschenwürdigen, ja behaglichen Verhältnissen emporzwingen konnte.
Im Jahre 1936 feiert unsere schöne, kleine Gemeinde Ebendorf (jetzt amtlich Stiuca) ihren 150 jährigen Bestand.
Eine kurze Spanne Zeit in der Weltgeschichte, aber ein mit ehernem Griffel geschriebenes Kampf- und Leidensbuch im Dasein einer Kollonistengemeinde im Banat.
In diesen Buchseiten sind eherner Wille, nie erbarmender Fleiß, deutsche Zügigkeiten und Zielgebung, Gottvertrauen in Freud und Leid und Festhalten der Vätertugenden verzeichnet. Sie geben Aufschluß über das gigantische Ringen um die Existenz, um die schweißgedüngte Scholle und über das Gebet und das tägliche Brot.   Dieser anderthalbhundertjähhriger Bestand unserer Gemeinde stellt den eigentlichen Wertmesser für die Gründer und derer Nachkommen dar. Er liefert den Beweis für den Grad der geglückten Verwurzelung und zeigt wie man materielle Dinge und seelische Güter schafft, die, mit heiliger Überlieferung vereint, Kind und Kindeskinder  zugutekommen und Grundlagen entstehen lassen, auf denen der Weg in unbekannte Zukunft mit unbeirrbarem Glauben und fester Hoffnung bestritten werden kann. Es bedurfte aber vielen Schweißes, vieler Arbeit und Mühe und vielen Strebens, aber auch vielen Sterbens, Verderbens und Hinsinkens von Generationen, bis dieser Boden in den 150 Jahren errungen wurde, und es bedurfte auch einer mächtigen Kraft um sich zu behaupten. Daher will ich in den folgenden Blätter die heutige Generationen überzeugen, wie unsere Ahnen den alten Kollonistengeist trotz alledem in unserer Gemeinde wachhaben, um so dann auch weiterhin in dem Glauben an das Wachsen und die Weiterentwicklung gestärkt, mit froher Zuversicht an dem Aufblühen der Gemeinde mitzuarbeiten. Und wenn diese Blätter dazu beitragen, der Nachkommenschaft die Anregung zu neuem Schaffen und Kämpfen zu geben, so ist ihr Zweck erreicht und für den Verfasser höchsten Lohn.
 
 

Chronik der Gemeinde Ebendorf
 

Der Nachfolger der unvergeßlichen Königin Maria-Theresia war ihr Sohn Josef der Zweite, dessen Regierung für das Banat recht segensreich war.
Kaiser Josef II  wurde am 13 März 1741 in Wien als Sohn des Herzogs Franz-Stefan von Lothringen und der Kaiserin und Königin Maria-Theresia geboren und ist am 20 Februar 1790 (im Alter von 49 Jahren) verstorben.
Bei seiner zweimaligen Anwesenheit im Banat, 1767 und 73, noch als Mitregent seiner Mutter, machte er die Erfahrung daß diese Gegend für Ansiedler noch hinreichend Platz   darbieten würde. Es gehörte daher nach seiner Thronbesteigung, 1780, zu einer seiner ersten Sorgen, eine abermalige größere Kolonisation zu veranlassen.
Am 21 September 1782 erließ daher Kaiser Josef II, an den in Frankfurt am Main wohnhaften kaiserlichen Kommissär Röthlein eine Aufforderung, deutsche aus dem Kreise (Reiche) zur Einwanderung (* nach Banat) zu bewegen. In diesem Erlasse sagte der Kaiser:

"Nachdem es in Ungarn, Galizien noch zahlreiche Felder gibt auf welcher wir Deutsche ansiedeln möchten, so versprechen wir allen, aus den deutschen Landen eingewanderten Familien, welche sich mit Ackerbau oder Handwerk beschäftigen folgendes:

1. Volle Gewissens- und Glaubensfreiheit, wie auch sie  mit Geistlichen und Lehrern zu versorgen.

2. Für jede Familie ein neues und bequemes Wohnhaus samt Garten zu versehen.

3. Jenen Familien, die sich mit Ackerbau beschäftigen, außer dem Hause die erforderlichen Baufelder, Ackergeräte, Zucht- und Zugtiere usw., zu verschaffen; die Handwerker bekommen ferner fünfzig Ehein Gulden zur Anschaffung ihrer Gerätschaften.

4. Jede Familie, von Wien bis an den Ort ihrer Bestimmung, wird freigehalten, ja dies dauert so lange, bis dieselbe sich aus eigener Arbeit zu verköstigen im Stande ist."

Dieser Aufruf wurde am Anfang des Jahres 1783 im Rheinland bekannt und bildete ab seiner günstigen Bedingungen bald das Tagesgespräch jener Gegend. Es fanden sich daher auch zahlreiche Familien ein, die in den österreichischen Landen sich niederlassen wollten. Die oben erwähnten Punkte wurden dann in einem Erlasse der ungarischen Kammer näher bestimmt. Nach derselben erhalten die Ansiedler, welche sich auf ... und Krongüter niederlassen, ein, aus gestampfter Erde erbautes Haus, bestehend aus einem Zimmer, einer Kammer, Küche und Stallung, ferner einen ganzen, halben, viertel, oder achtel Session Ackerfeld, 2 Ochsen oder 2 Pferde, einen Wagen, einen Pflug, eine Egge usw.
Aber eigenartig! Fast der größte Teil der Kolonisten verlangte nach Galizien ausgesiedelt zu werden, in das Banat wünschten sich nur sehr wenige. Wahrscheinlich schreckte die, infolge der verpesteten Luft, am Anfang so große Sterblichkeit die meisten der Einwanderer ab.
Im Jahre 1784 erließ daher Kaiser Josef II abermals einen Aufruf betreffs der Ansiedlung in Ungarn, in welchem er hervorhob, daß die Bedingungen für die deutschen Kolonisten noch einmal so günstig geworden wären wie angesagt denn die Bauern bekommen zehn, die Handwerker in den Städten und Marktflecken sogar fünfzehn Jahre Steuerfreiheit; außerdem würden sie Bauholz und andere Gerätschaften unentgeltlich von der Kammer erhalten.
Auf diese zweite Aufforderung hin erschienen noch in demselben Jahre, zahlreiche Kolonisten in Wien, mit dem Wunsche in Banat oder in der Batschka angesiedelt zu werden. So wurden dann, bis Ende 1787, 7600 deutsche Familien in Ungarn angesiedelt, von welchen 2702 auf das Banat zukamen. Zu dieser Zeit, von 1784 bis 1787 wurden dann folgende Gemeinden Angesiedelt:
Traunau im Jahre 1786 mit 100 Familien, Moritzfeld 1786 mit 30, Darowa 1786 mit 57, Liebling 1786 mit 102, Orzidorf 1785 mit 200, Nitzkidorf 1785 mit 194, Wetschehausen 1786 mit 30 und Ebendorf im Jahre 1786 mit 60 Familien.
Diese 60 Familien die sich in Ebendorf  niederließen, kamen ausschließlich aus dem Deutschen Reiche, und zwar aus dem Großherzogtum Luxemburg eingewandert. Natürlich stammten diese aus verschiedenen Gemeinden aus Luxemburg, was aber nicht angegeben wurde. Diese 60 Familien brachten sich gleichzeitig ihren Pfarrer, Michael Mersch von Luxemburg mit, das heißt er brachte die Luxemburger hierher.
Denn auf seine Initiative hin, scharten sich diese Leute um ihren Pfarrer und wanderten mit ihm nach dem Banat aus, was er und alle Übrigen des Öfteren beweinten, jedoch gab es kein zurück mehr. Angeblich soll dieser Pfarrer bis zu seinem Tode 1792 immer noch Heimweh gehabt haben und auf seine Initiative hin soll die Gemeinde von Csukasch auf Ebendorf benannt worden sein, da seine Gemeinde im Großherzogtum Luxemburg auch so geheißen hat; dadurch wollte er sich den Ort heimischer machen. (*?)

Die ersten Ansiedlern waren mit Namen folgende:
 
 
Baller Georg Heureker Winze Scharti Heinrich
Baltes Nikolaus Jentz Johann Schingmann Katharina
Bauer Martin Jobass Heinrich Schisla Josef
Belgrausch Peter Kessl Johann Schisla Mathias
Blacker Christian Kindt Balthasar Schneider Anton
Blecker Christian Kissger Johann Schreder Jakob
Botzon Heinrich Klein Nikolaus Schummer Jakob
Bringau Peter König Nikolaus Schuster Johann
Dasinger Filip Lehmann Adam Siber Anton
Doby Stefan Lehrer Peter Sibla Johann
Ebers Christian Ließ Jakob Slugerl Peter
Eckard Josef Lorenz Nikolaus  Slutting Nikolaus
Engl Jakob Lukasch Johann Spring Josef
Erhard Johann Maas Michael Stauserich Peter
Eschermann Johann Molbach Nikolaus Süss Johann
Folgers Kaspar Neumann Heinrich  Sybilla Johann
Fresch Matthias Pittof Paul Thillmann Johann
Görling Hermann Reisnig Martin Tiellmad Anton
Graber Thomas Rosch Filip Weber Johann 
Grot Lorenz  Röss Pfilig Weis Johann
Hebel Eberhard Sauer Michael Zenner Paul
Heinrich Friedrich

Diese 60 Personen (*eigentlich sind es 64) mit ihren Familien waren zusammen 214 Seelen als sie sich hier niedergelassen haben. Hier bringe ich auch die Bevölkerungsbewegung der ersten zwei Jahre, so wie ich es in den hiesigen Kirchenmatrikeln vorfand:

Als erste wurden folgende Kinder geboren:
 
 
Görling Johann 14 Juli 1786
Schummer Michael 18 Januar 1787
Kessl Katharina 27 Mai 1788
Eggl Johann
Eggl Elisabeth
10 Oktober    1788 (Zwillinge)
Pittof Johann  28 Oktober 1788

Gestorben sind:
 
 
Lukasch Johann 04 Juni 1787
Gräber Thomas  26 September 1787
Sauer Martin 04 Oktober 1787
Balter Nikolaus 07 November 1787
Belgrasch Susanna 29 November 1787

 Getraut wurden:
 
 
 
Belgrasch Nikolaus mit Falernis Anna Maria 1787
Hebel Eberhardt mit Flakni Anna Gertrud 1787
Betzon Heinrich mit Henritzi Maria 1788
Lehner Peter mit Fug Elisabeth 1788

(*Es treten immer wieder Unterschiede bei den Namen auf; dieses dürfte auf die Lesbarkeit der Eintragungen in den Matrikel zurückzuführen sein.)

Und je weiter man in den Kirchenbücher nachsieht, findet man, daß die meisten von diesen Ansiedlern frühzeitig verstorben und abgewandert sind, da sie sich den klimatischen Umständen physisch nicht anpassen konnten und großes Heimweh hatten.
Im Jahre 1788, also zwei Jahre nach der Ansiedlung, erklärte Kaiser Josef der Zweite der hohen Pforte den Krieg und durch das Mißgeschick der kaiserlichen Waffen bei Temesch Slatina ermutigt zog der Türke abermals in das Banat ein und verwüstete, bis Tschakowa streichend, 143 Ortschaften.
Und nur die Erfolge Kaiser Josefs, Verbündeter der Russen, und das ungünstige Herbstwetter zwangen den Türken das Banat wieder zu verlassen. Das Banat aber erlitt wieder große Verluste an Toten und Gefangenen.
Dieser letzter Türkeneinfall, im Volksmunde Türkenrummel genannt, rief unter dem friedliebenden deutschen Kolonistenvolk große Bestürzung hervor und hielt die Gemüter noch lange in Aufregung.
Man kann sich denken was unsere Ahnen damals mitgemacht haben; kaum angesiedelt, befanden sie sich mitten im Kriege. Viele Familien sind damals nach dem nördlichen Torontal geflüchtet, die meisten von ihnen kehrten nie wieder zurück und viele von ihnen sind auf der Flucht gestorben. Andere haben sich wieder in den Torontaler deutschen Gemeinden niedergelassen.
In einem Ausweis der damaligen Zeit fand ich, daß damals von Ebendorf die Familien Fritsch Matthias, Schibla Josef und Springmann Katharina in der Gemeinde Billed verblieben; jedoch auch in anderen deutschen Gemeinden von Torontal haben sich Ebendorfer Flüchtlinge niedergelassen, so daß schon nach zwei Jahren von den ersten Ansiedlern kaum der zehnte Teil in Ebendorf verblieb.
Jedoch die, von diesen Ausfällen, leer gewordenen Ansässigkeiten wurden dann wieder mit Deutschen aus dem Reiche und mit slowakischen Kolonisten von ... besiedelt, deren Nachkommen aber völlig eingedeutscht worden sind.
Bloß die Namen wie Hubatschek, Sutschek, Kolaschek und so mehrere erinnern an die slawische Blutzufuhr, die sich aber rassenbiologisch angesichts der germanischen und slawischen Rasse nicht nachteilig geltend machte.
Von diesen und von den im 18-ten Jahrhundert eingewanderten Deutschen und Österreicher stammen die noch hier ansässigen Einwohner.
Die Familien Pittof, Schreder, Weber und Eggl stammen aus Luxemburg.
Die Familien Rückert, Antretter und Wittmeier stammen aus Würtemberg.
Die Familien Vogel, Kammer, Denkler und Großmeier stammen aus Bayern.
Die Familien Niedergses, Wissmann und Hirsch stammen aus Österreich.
Die Familien Kolatschek, Hubatschek und Sutschek stammen aus Mähren.
Die Familien Meixensberger, Zettel, Scherbauer, Spacholz und Gruber stammen aus Weidenthal im Karaschowaer Komitat.

(* diese zuletzt genannten Familien, die sogenannten Böhmen, kamen aber später nach Ebendorf)

Es kamen noch mehrere Familien aus der Batschka eingewandert, welche aber bald wieder abzogen, da der Boden hier so arm ist. Sie ließen sich dadurch verleiten hierher zu kommen, da sie sich für ein, bei ihnen, verkauftes Joch Feld hier 3-4 Joch ankaufen konnten, als sie aber ihr Gerstel los hatten, kehrten sie alle wieder zurück, denn hier hieß es dreimal so viel arbeiten als bei ihnen; von ihnen blieben nur die Familien Müller und Ziegler bis heute hier.
Trotzdem unsere Bevölkerung ein Mischvolk von Reichsdeutschen, Slowaken, Österreicher und Deutschböhmen ist, so ist unsere Mundart, doch eine einheitliche, undzwar reichfränkische geblieben, auch die schwäbischen Sitten und Gebräuche wurden bis zum heutigen Tage erhalten; auch die nach dem Kriege im Jahre 1919 eingewanderten Deutschböhmen aus Weidenthal haben sich schon völlig in unsere schwäbischen Sitten eingelebt.
Hier bringe ich die Volkszählungsdaten von Ebendorf seit der Gründung bis zum heutigen Tage, nach einem Auszug aus den römisch-katholisch-bischöflichen Schematismen in Temeswar.
Bei der Gründung, im Jahre 1786, hatte Ebendorf, wie bereits vorher erwähnt, 214 Seelen.
Im Jahre 1811 waren es, trotz Türkenkrieg und Flucht, schon 396 Seelen, da dazumal nach dem großen Türkenrummel mehrere slowakische Familien einwanderte; im Jahre 1821 waren es nur mehr 335, im Jahre 1830 wieder 492 Seelen.
Im Jahre 1839 dezimierte sich wieder die Bevölkerung durch Seuchen und Abwanderung auf 360 Seelen. 1851 waren es 378, 1861 waren 399, 1870 - zufolge Einwanderung vieler Österreicher 669 Seelen, 1880 waren es 592 Seelen.
Im Jahre 1889, hier begann wieder die Einwanderung vieler Österreicher und Torontaler beziehungsweise Batschkaer Deutschen waren es 768 Seelen, im Jahre 1900 ,1028 Seelen und 1910 dann 1104 Einwohner.
Hier setzte dann die Auswanderung nach Amerika ein und fand der große Weltkrieg statt. 1922 waren es 893 Seelen und dieser Seelenbestand haltet sich bisher so ziemlich gleich. Heute haben wir insgesamt 996 Seelen in Ebendorf.
Die schwäbische Gemeinde Ebendorf liegt im Severiner Komitat, 14 km südöstlich von der Komitathauptstadt Lugoj und 5 km südlich von der Bahnstation Gavojdia entfernt.
Sie wurde, wie schon bereits erwähnt, im Jahre 1785 unter der Regierungszeit Kaiser Josefs vom damaligen königlichen Komunalpresident Grafen Orzi und ing. Cagane auf königliche __________ Boden der mit großen Waldungen, Unkraut und Gestrüpp bedeckt war, angelegt und im Monat Mai 1786 angesiedelt. Das neue Dorf wurde östlich längst dem Graben Csukasch aufgebaut und auch nach diesem Graben benannt, aber schon im Jahre 1787 auf allgemeines Verlangen der Siedler auf Ebendorf umbenannt. (?)
Dieses dauerte dann bis zum Ausgleich 1867, dann kam das Banat wieder unter ungarische Verwaltung und zum Severiner Komitat, nun wurde die Gemeinde wieder auf Csukasch magyarisiert. Seit dem das Banat, 1919, an Rumänien angeschlossen wurde heißt die Gemeinde nun Amtlich Stiuca. In all dieser Zeit jedoch, bis am heutigen Tage, wurde die Gemeinde im Privatverkehr immer nur Ebendorf genannt. Als dann im Jahre 1786 die ersten 60 Häuser, ein Schulhaus, eine kleine Holzkapelle und zwei Brunnen fertig waren, siedelte man 60 deutsche Familien, alle aus dem fränkischen Luxemburg, hier an, welche gleich ihren Pfarrer mitgebracht haben.
Diese ersten Einwanderer erhielten jede Familie, infolge Kolonisationspatent, Haus und Hof zugewiesen.
Sie wurden außerdem mit dem nötigen Zugvieh, Getreide und Futter für ein Jahr versehen, auch bekamen sie Ackergeräte oder Bargeld zur Anschaffung derselben. Dieses Geld mußten sie in kleinen Raten nach drei Jahren zurückzahlen, an Ackerfeld wurden 28 ganze und 32 halbe Gründe verteilt.
Dies wurde aber nicht nach eigenem Verlangen oder Protektion verteilt, sondern es wurde ihnen so viel Feld (ganze, halbe, viertel Session) zugewiesen, je nachdem die Familie arbeitskräftige Mitglieder zählte und man auch sicher war daß sie das erhaltene Feld wirklich verarbeiten können, denn sie hatten auch Pflichten, trotzdem sie 10 Jahre steuerfrei waren, so mußten sie doch dem Staate (später dann der Herrschaft) das Zehntel abführen und nach einer ganzen Session mußten sie 4 Joch, nach einer halben Session 2 Joch Feld jährlich für den Staat urbar machen.
 Man glaube aber nicht daß unsere Ahnen es leicht hatten mit dem geschenkten Felde, denn wo heute Ebendorf liegt war zumeist Wald und Wüste bedeckte die Landschaft, das meist gerodet werden mußte.
 Auf dem jungfräulichem Boden baute man dann vornehmlich Weizen, Korn, Hafer, Gerste und Kartoffeln; Mais baute man bloß für den Hausgebrauch, sein Verkauf lohnte sich damals nicht. Auch Hanf baute man für den Hausgebrauch, aus dem die Bäuerin sich, den Kindern und dem Bauer, sowohl auch dem Gesindel die Kleidung anfertigte. Manches Haus wob bis 800 Ellen jährlich davon.(* 1 Elle entspricht 55-85 cm)
Die ersten nach dem großen Türkenrummel eingewanderten slawischen und reichsdeutschen Kolonisten wurden in den leerstehenden Ansäßigkeiten untergebracht und die Gemeinde um noch 40 Häuser vergrößert, jedoch die im 19-ten Jahrhundert eingewanderten Deutschen und Österreicher, mußten sich ihre Häuser schon selbst aufbauen. Natürlich halfen alle Einwohner mit und wohnten die neu Angekommenen bis zur Fertigstellung ihrer Häuser bei den schon Angesiedelten, so daß in manchem Haus 2-3 Familien zusammen wohnten.
Das Material zum Bau der Häuser und Nebengebäuden erhielten sie gratis, welches alle noch bis zum Jahr 1848 Eingewanderten bekamen; von da an aber mußten sie sich schon alles selbst beschaffen, das Vieh besorgen, die Felder ankaufen usw.
In den ersten Jahren hatten unsere Ansiedler wirklich einen heißen Kampf anzufechten, gegen Krieg und verschiedene Krankheiten so wie auch gegen die Naturelemente.
Im Jahre 1791 trat eine epidemische Viehseuche hier auf, welche ihren Viehbestand stark dezimierte. Auf ein Bittgesuch an die königlich-ungarische Hofkammer um Hilfe, erhielt die Gemeinde am 24 März 1792, 84 Stück Pferde zugewiesen, jedoch gegen Ersatz in 6 Jahren.
 Im Monat Mai desselben Jahres ging ein mächtiger Orkan über die Gemeinde; Sturmwind und Hagel vernichtete sämtliche Saaten und viele Häuser samt der aus Holz erbauten Kirche stürzten ein.
Wieder wendete man sich an die königlich-ungarische Hofkammer und bat um Hilfe, welche auch bewilligt wurde.
Darüber fand ich aber nur folgende amtliche Mitteilung vor: Vorschußweise Bewilligung der Reparatur der, durch den Sturmwind in Ebendorf, beschädigter Häuser(Fasz. 33/3 195 Sep. 1792). Bewilligung einer Unterstützung für die durch Hagelwetter verunglückten Untertanen in Ebendorf (Fasz. 32/3 303 Okt. 1792). Vertrag wegen Reparatur mehrerer zu Ebendorf eingestürzter und beschädigter Kolonistenhäuser (Fasz. 32/137 Dez. 1792).
Nach diesen Amtlichen Urkunden zu schließen, wurde ihnen damals seitens der Hofkammer wirklich Hilfe geboten.
Im Jahre 1793 stellten die drei Ansiedlungsgemeinden Ebendorf, Darowa und Wetschehausen an die Hofkammer das Ansuchen in eine fruchtbarere Gegend des Banats übersiedelt zu werden, was ihnen jedoch nicht bewilligt wurde.
Laut Fasz. 32/95 Mai 1794, wütete in diesem Jahre in der Gemeinde die asiatische Pest, welche viele Opfer forderte.
Es wurde zur Eindämmung der fürchterlichen Krankheit ein Arzt aus Lugosch hierher befördert, die Spesen für den Arzt und die Medikamente leistete die Hofkammer. Durch diese fortwährenden Schiksalsschläge wurden die Kolonisten aufs Tiefste beunruhigt und bereuten des Öfteren das Verlassen ihrer Heimat. Jedoch es gab kein zurück mehr.
Die Entwicklung im Allgemeinen kannte aber auch jener Umstand in der Gemeinde, daß die Rechte des Eigentümers noch immer nicht geregelt waren. Denn es war damals hier Sitte, daß der Dorfschulze mit dem Wirtschaftsbeamten jährlich das Feld der Ansiedler frisch aufteilte und dann bei sehr oft willkürlich und nicht immer uneigennützig vorging. Der diesjährige Inhaber gab sich deshalb nicht sehr viel Mühe im Bebauen des Feldes, er wußte ja nicht wieviel oder was ihm nächstes Jahr zufällt. natürlich gab dies sehr oft Anlaß zu großer Unzufriedenheit und wurde die Hofkammer wieder um Auskunft über die Zuteilung von Gründen und Erteilung von Freijahren an die Ebendorfer Kolonisten ersucht. Und da diese Mißwirtschaft mit der Feldverteilung überall herrschte, entsendete die Hofkammer eine Kommission in das Banat, welche alle Kolonistengemeinden aufsuchte.
Nach beendeter Untersuchung hat sie dann folgenden Plan der Hofkammer vorgeschlagen: Ganz Banat möge in Familienbesitztümer eingeteilt werden, und jeder Familie 32 Joch Feld in Besitz zu geben. Hierdurch wollte man ein zweifaches erreichen: man wollte vorerst dem fleißigen Landmann ein bestimmtes Gebiet für seine Tätigkeit anweisen, sodann wollte man einen sicheren Steuerkataster herstellen um die jährlichen Staatseinkünfte bewahren zu können. Es wurde daher von Banat eine ganz genaue Landkarte entworfen, in welche die Distrikte, Ortschaften, Straßen und so weiter mit gewissenhaften Pünktlichkeit verzeichnet waren.
Sodann entwarf man von jeder Gemeinde eigens eine Karte, auf der das Besitztum der Gemeinde sowie Güter jeder einzelner Familie nach ihrer Lage aufgenommen wurde. Doch bevor dieses gewaltige Unternehmen zu Ende geführt war, wurde die ganze Arbeit auf einmal wieder eingestellt, da sämtliche Grundherrschaften dagegen Stellung nahmen. Und die Siedler waren auch weiterhin dem Grundherrschaften und Wirtschaftsbeamten ausgeliefert. Die Besitzverhältnisse waren allgemein von der drückendsten Art und der Bauer eigentlich nur ein geduldeter Pächter, dem man kaum so viel zeit lies, um zu seinem Unterhalt erforderliche zu bauen, dagegen mußten sie auf den Gütern, in den Waldungen der Herren Beamten fleißig arbeiten und für die geringste Weigerung war der Stock, oder auch willkürliche Abstiftung das heißt Vertreibung von dem bisher innegehabten Grund, der Lohn.
Willkür, Gewinnsucht und Bedrückung herrschte überall und vergebens wurden zum Landespräsidenten nach Timisoara Beschwerden eingereicht, auch dort brachte man ihnen keine Abhilfe, da auch die höchsten Beamten eine heillose Mißwirtschaft führten, trotz dem Kaiser Josef, als er das letzte Mal im Banat war, den damaligen Präsidenten Grafen Franz Engelhofen mit vielen anderen hohen Beamten eben wegen ähnlichen Vorgehensweise zum Teufel jagte.
Im Jahre 1799 jedoch waren die Zustände in Ebendorf derart unhaltbar geworden, daß sie beschlossen trotz alldem Hilfe zu suchen. Im Monat September dieses Jahres beschwerten sie sich daher in einer Eingabe an die Temeswarer Kommunaladministration (32:68 Sept. 1799) wegen schlechter Beschaffenheit ihrer Gründe, Mangel an Wasser und üblicher Be- handlung durch die Wirtschaftsbeamten.
Diese Eingabe verfaßte der damalige Pfarrer Alois Teklaschi und die Einwohner: Johann Thielmann, Peter Leher, Jakob Schummer und Martin Reisig; haben dieselbe persönlich nach Temeswar gebracht.
Auf diese Eingabe hin schickte der damalige Kameralpräsident Graf Orzi, im Monat November desselben Jahres, eine Untersuchungskommision bestehend aus 4 Personen, mit königlichen Kommissär Oberst Neu an der Spitze. Das Resultat ihrer Untersuchung war ein günstiges für die Ansiedler, denn schon am 10. April 1800 wurde jeder Familie eine Geldunterstützung von je 100 Gulden angewiesen und die vom Staate an sie geleisteten Vorschüsse gänzlich gestrichen. Die zwei Wirtschaftsbeamten aber, welche die Leute unnötiger Weise schikanierten, wurden durch andere ersetzt. Auch wurden dann noch, im selben Jahr, die zwei Brunnen im Tale gegraben, dadurch wurden dann die zwei Brunnen im Orte, welche schon bei der Ansiedlung gegraben wurden, entlastet.
Im Jahre 1801 verleihte (schenkte) der Staat, das ____ Gut Ebendorf und Silberschel dem Siebenbürger evangelischen Königlichen Rat Baron Michael Bruckental, für die im Kriege gegen die Türken geleisteten Dienste, wofür er aber jährlich 2200 Gulden Steuer zu entrichten hatte. Von nun an mußten die Abgaben an diese Herrschaft geleistet werden welche auch das Patronat über Kirche und Schule übernahm.
Die erste Verlautbarung des Grundherrn an die Siedler lautete folgendermaßen:
"Hiermit verständige ich euch, daß von nun an alle eure Wünsche und Beschwerden ausschließlich an die Herrschaft zu richten sind und wenn ihr euren Pflichten der Herrschaft gegenüber pünktlich nachkommt und ihr euch als gehorsame Untertanen jedwelcher Anordnung pflichtgemäß unterwerft, so wird euch der Grundherr als seine Familie betrachten und auch väterlich behandeln. Im entgegengesetzten Falle jedoch wird der Stock angewendet."
Ein Gemeindediener mußte das Volk in jeder Kreuzgasse zusammentrommeln, worauf der Verwalter des Grundherren ihnen obige Verlautbarung vorgelesen hat, auch wurde dieselbe am Gemeindehaus plakatiert.
Die neue Herrschaft baute sich nun ein Kastell (?), das heutige Henritzische große Wirtshaus und legte ringsherum einen schönen Park an. Das ganze Viertel bis zum heutigen Notariat wurde eingezäunt und mit verschiedenen in- und ausländischen Bäumen und Gewächsen bepflanzt.
Auf dem Viertel gegenüber wurden die Wirtschaftsgebäude, Stallungen und Gesindewohnungen gebaut, so auch eine Mühle errichtet. Nun hieß es für die Siedler wieder roboten.
Die Kleinhäusler mußten Handarbeit, die Bauern aber mit den Fuhren Robot leisten. Auch mußten sie für die Herrschaft Waldungen roden, Weingärten und Obstplantagen ansetzen. Dieses mußten sie dann um den zehnten Teil bearbeiten und mußten sie dann noch, wie auch  bisher dem Staate gegenüber von allen ihren eigenen Fächsungen den zehnten Teil der Herrschaft alljährlich abliefern.
Und dieser Zustand dauerte noch bis 1848 an, trotzdem Kaiser Josef schon im Jahre 1785 die Aufhebung der Leibeigenschaft verkündete.
Über diese Verordnung damals der Historiker Griselini folgendes: Die Befreiung der Untertanen aus der unbeschränkten Gewalt der Grundherren ist ein großer Fortschritt.
Bisher war nämlich der Untertan an die Scholle gebunden und durfte ohne die Erlaubnis seines Grundherren sein Gut nicht verkaufen um sich in einer Gemeinde niederzulassen. All diesem wurde nun ein Ende gemacht. Josef gab allen Bewohnern des Reiches das Recht der Freizügigkeit. Jedem Bauer sollte ferner gestattet werden, auch ohne Einwilligung seines Grundherren zu heiraten, ein Handwerk zu lernen, oder zu studieren usw.
Die Leibeigenschaft die im Banate eigentlich auf keiner gesetzlichen Basis ruhte, sondern wie es im Amtsstiel hieß nur wegen der Kongonus (Gleichartigkeit) eingeführt war, verschwand und die Bauern erhielten freies Eigentum, für welches sie bestimmte Steuer nach eigens aufgestellten mäßigen Tabellen zu entrichten hatten.
Der Unfug der sogenannten "Umlagen" die willkürlich und so oft erhoben wurden, je nachdem die Herren in Temeswar Geld brauchten, hörte ganz auf und mit Strenge wurde darauf gesehen, daß der Bauer stets wenn er zu unfreiwilligen Dienste herangezogen wurde, eine angemessene Vergütung für geleistete Hand- und Spandienste erhielt. Somit wurde jenem Joch ein Ende gemacht, welches seit 1514 so schwer auf dem Bauernstand lastete.
Gewiß meinte Kaiser Josef, der Volkskaiser, mit dieser Verordnung für seine Untertanen Gutes gemacht zu haben. Jedoch blieb diese Verordnung nur auf dem Papier, den diese edle Bestrebung, das Volk frei und glücklich zu machen, hatte auch viele Gegner. Der engherzige Klassengeist war es der dem Hofadel jener Zeit widerstrebte und gerade der siebenbürgische Hochadel trieb gegen diese Verordnung ganz offen den Kampf. Das Haupt desselben, Graf Miko, versendete an alle Adelherrschaften ganz ungescheut eine Art Beschwerdeschrift und die Aufforderung selbe zu unterzeichnen mit den Worten:
 "Der Aufstand gegen Josefs Verordnung ist jetzt an der Zeit". Und da der Hofadel jener Zeit eine große Macht ausübte blieb der alte Zustand, trotz Josefs Verordnung, auch weiterhin aufrecht, bis zu Jahre 1848, in welcher Zeit, durch den begeisterten Aufruf des Grafen Setschein, die ungarischen Grundherren, freiwillig und hochherzig, ihre Untertanen befreit haben und zwar ohne Unterschied der Sprache, sowohl die ungarischen, als auch die deutschen, slowakischen, rumänischen und serbischen Untertanen.
Dieser großmütige Entschluß der ungarischen Grundbesitzer wurde dann auch dem Gesetze des Landes einverleibt. Seit dieser Zeit nun ist der Landmann erst ein freier unbeschränkter Herr seines Grundbesitzes und der Frühere Unterschied zwischen Grundherr und Untertan hat aufgehört.
Der Ackerbauer hat dieselben Rechte und Verbindlichkeiten, wie der Grundherr und verfügt frei über sein Grundbesitz.
Wie aber dieses Gesetz seitens mehrerer Grundherrschaften eingehalten wurde, zeigt nachstehender Fall, welcher sich, noch im Jahre 1862, hier zugetragen hat und von den Beteiligten selbst erzählt wurde. Da wir, wie schon erwähnt wurde, nur zwei Brunnen im Orte haben, so muß, hauptsächlich in der Früh und am Abend, wenn das Vieh getränkt wird, Reihe gehalten werden. Es müssen sich die Leute, so wie sie mit ihren Vieh beim Brunnen ankommen, einer nach dem anderen anstellen und so immer weiter vorgehen, bis sie an die Reihe kommen. Dieses ist Gemeinderegel und von jedem zu befolgen, um so ein reibungsloses Abwickeln bei der Tränke zu ermöglichen.
 Nun aber hat es sich, in dem oben erwähntem Jahr, zugetragen daß der Paradekutscher der Herrschaft auch mit zwei Pferden an den Brunnen kam und sich, die allgemeinen Regeln der Gemeinde außer Acht lassend, vor dem Knecht Hetzl welcher damals bei dem Großbauern Michael Reiter im Dienste stand, zum Brunnen vordrängen wollte. Dieses paßte natürlich dem, in seinen Rechten gewesenen, Knechte nicht und wies den Kutscher daher zurecht. Dieser aber, in seiner Würde als herrschaftlicher Kutscher, dünkte sich natürlich schon etwas mehr als ein einfacher Knecht und schrie daher denselben im barschen Ton an: "Haltís Maul du elender Schwabe und mache mir sofort Platz". Der Schwabe aber war kein Linker und in seinem berechtigten Zorn versetzte er, dem Beleidiger seiner Ehre, zwei tüchtige Maulschellen und ritt dann, ohne seine Pferde getränkt zu haben, nach Hause. Aber auch der verprügelte Kutscher ging nach Hause und meldete sofort seiner Herrschaft das eben Vorgefallene. Diese hatte nichts Eiligeres zu tun als, den ihm zu jeder Zeit zur Verfügung stehenden und vom Volk gefürchteten Persekutor, um den Bösewichten Johann Hetzl zu schicken. Es dauerte auch keine Viertelstunde, so stand derselbe auch schon vor dem allgewaltigen Grundherren Baron Bruckenthal Gyula. Hier gab es aber kein langes und breites Verhör, sondern der Grundherr sagte: "Weil du dir erlaubest meinen Paradekutscher zu schlagen, bekommst du jetzt, eben von diesem Kutscher, 25 Stockstreiche verabfolgt". Dieses Amt besorgte in der Regel der Persekutor.
 "Damit es dir in der Zukunft nicht mehr einfällt, dich an einem meiner Diener zu vergreifen".
Während denn  nun alles, zur Exekution, Notwendige herbeigeschafft wurde, fragte der Grundherr den Knecht noch ob er dafür um Verzeihung bitten will ?! Da der junge Bursche darauf nicht antwortete, gab der Grundherr den Befehl zur Züchtigung. Der Persekutor zog nun den Delinquenten über die, bereits zu diesem Berufe bereitgestellte, Bank und der Kutscher begann loszuschlagen. Aber schon bei dem fünften Streiche hat sich der Bursche eines Besseren besonnen und um Verzeihung gebeten, worauf ihm dann die restlichen 20 Streiche nachgelassen wurden. Und mit einem nochmaligen ordentlichen Verweis wurde er dann entlassen.
Viel zu leiden hatten die Kolonisten auch mit den bestehenden militärischen Verhältnisse. Bis zu Jahre 1809 gab es in Ungarn kein stehendes Heer und jedesmal wenn ein Krieg ausbrach wurde freiwilliges Militär geworben. Im Jahre 1809 wurde dann ein stehendes Heer, mit zwölfjähriger Dienstzeit eingeführt. Bei den jährlichen Aushebungen der Rekruten geschahen immer große Ungerechtigkeiten. Die Gemeinde hatte ja, nach Seelenzahl, zwischen 1 bis 6 Rekruten jährlich zu stellen und diese bestimmte der Grundherr im Einvernehmen mit dem Ortsrichter. Dabei mußte zumeist die ärmeren Burschen einrücken, da die wohlhabenden Bauern ihre Söhne meistens vom Militär auskauften. Ebendorf hatte zumeist 2, höchstens 3 Rekruten jährlich zu stellen.
Hier sei eine Episode aus den Vierzigern Jahre des neunzehnten Jahrhunderts, noch vor der 48-er Revolution (1848) wie sie sich hier tatsächlich zugetragen hat, aufgeführt.
 Im Jahre 1845 bestellte der damalige Gemeindevorstand Johann Görling, 3 Burschen zu sich in die Kanzlei und verständigte sie daß sie von heute in einem Monat mit ihm nach Lugosch zu fahren hatten, wo sie assentiert werden und zum Militär einrücken müssen. Sie sollen sich dabei vorbereiten. Unter diesen 3 Burschen befand sich auch ein gewisser Jakob, ein wirklich armer Bursche, welcher durch seiner Hände Arbeit seine alte gebrechliche Mutter, eine Witwe, erhalten mußte. Deshalb bat er den Richter dieses zu  berücksichtigen und ihn, als den Ernährer seiner Mutter, zu entheben, da doch noch mehrere stramme Burschen in seinem Alter in der Gemeinde vorhanden seien. (Auch der Richter hatte einen Sohn in seinem Alter).
Da der Richter aber dieses nicht zur Kenntnis nehmen wollte, so versuchte nun die alte Mutter selbst bei ihm, beim Grundherren und beim Pfarrer vorzusprechen, damit sie ihren Sohn ausreklamierten. Jedoch vergebens. Alles Bitten und Weinen half nichts. Zuhause angekommen, erzählte sie nun ihrem Sohn weinend und mit schwerem Herzen das Resultat; dieser tröstete nun seine Mutter und versprach ihr, trotz allem, sie nicht u verlassen.
Und eines schönen Tages war unser Jakob aus der Gemeinde verschwunden und alles Suchen nach ihm war vergebens, bis er endlich die Unvorsichtigkeit beging seiner Mutter einen Brief zu schreiben, in welchem er ihr mitteilte daß er in Topletz, bei Mehadia, in einer Mühle Arbeit gefunden hat und 8 Gulden monatlich mitsamt Verpflegung bekommt; er wird sparen, schreibt er, und ihr das Geld allmonatlich zusenden damit sie leben kann.
Dieser Brief war nun sein Verräter: da die Post damals durch dem Richter seine Hände ging, nahm dieser selbst den Brief und ging damit zu der Witwe, brach denselben vor ihr auf und las ihn ihr vor, da sie selbst nicht lesen konnte.
 So erfuhr er nun den Aufenthaltsort des Burschen. Sofort wurde Beschluß gefaßt den jungen Mann  arretieren (*verhaften) zu lassen. Nun sind aber der Richter mit einem Geschworenen schon den nächsten Tag selber nach Topletz gefahren, den Flüchtling abzuholen. Dort angekommen fanden sie wirklich den Gesuchten in der Mühle vor. Nun wollten sie zuerst einen Trick anwenden, und sagten zu ihm daß sie in Orschowa am Markt waren und ihn jetzt zufällig hier getroffen haben. So sagten sie ihm ob er denn nicht wisse daß seine Mutter zu sterben krank ist, und immer nach ihm verlange, jedoch nicht wisse wo er ist und ob er nicht bei dieser guten Gelegenheit mit ihnen nach Hause kommen möchte. Jedoch der Bursche schöpfte Verdacht und sagte daß er vorerst seinen Monat ausdienen müsse um seinen Lohn zu bekommen. Und da er trotz vielen Zuredens nicht einwilligte mit ihnen zu fahren, setzten sie sich auf ihr Amtsschimmel (*sich auf den Amtsschimmel setzen = die Dienstvorschriften übertrieben genau einhalten) und gingen in das dortige Gemeindehaus. Dort verlangten sie, nach Schilderung des Falles, gerichtliche Assistenz, um den Burschen mit Gewalt abzuführen. Sie bekamen auch den Persekutor mit, eine, zu jener Zeit, bei jedem Stuhlamt, Notariat und Grundherrschaft angestellte und gefürchtete Amtsperson.
Nun half kein Streben mehr, es wurden dem Burschen die Hände und Füße mit Stricken zusammengebunden und er auf den Wagen in das Heu geworfen. Nachdem der Richter, von dem Mühlenbesitzer, den fälligen Lohn des Burschen übernommen hatte, stiegen sie auf den Wagen und fuhren heimwärts. Als sie gegen Abend nicht mehr gar weit von Ebendorf entfernt waren, kehrten sie, sozusagen in jedem Dorfe, in das Wirtshaus ein, um ein Glas Schnaps, ob ihren guten Fanges zu trinken. Als sie nun im vorletzten Dorf, Jena (Schura) ankamen, war es schon ziemlich spät und stockfinster. Da das Wirtshaus jedoch noch offen war, so stiegen sie auch hier noch ab, den Durst zu löschen. Weil aber dieses das letzte Wirtshaus war welches sie heute noch offen fanden, sprachen sie dem Alkohol noch feste zu. Unterdessen sie im Wirtshaus saßen, kam draußen ein Langfinger an ihren Wagen heran und suchte etwas zum mitnehmen. Als er so den Wagen absuchte, geriet er an den, im selben liegenden Burschen und wollte weglaufen.
Dieser rief ihn jedoch zurück und erzählte ihm kurz sein Schicksal und ersuchte ihn seine Stricke aufzuschneiden damit er flüchten könne. Der Dieb, ein Schiksalsgenosse, auch ein Militärflüchtling zögerte nicht lange und schnitt ihm die Fesseln durch, half ihm, da er steif war, vom Wagen herunter und führte ihn in einen sicheren Versteck.
Als dann die beiden Amtspersonen aus dem Wirtshaus herauskamen, fragten sie ihren Gefangenen ob ihm kalt sei und da er natürlich nicht antwortete, glaubten sie er schliefe.
Sie wickelten sich in ihre Decken und machten sich auf den Weg. Als sie dann, spät in der Nacht, Zuhause vor dem Gemeindehause ankamen, alarmierten sie sämtliche Diener und Nachtwächter um den gefangenen ins Arrest zu bringen.
Jedoch, oh Schreck! Als die Gemeindediener mit dem Licht herauskamen und der Gefangene nicht da war, gab es einen richtigen Spektakel. Der Geschworene sagte nun zum Richter: "Siehst du, hättest du es mir erlaubt ,als ich in Jena ein fagl (?) Schnaps hinaustragen wollte, so wäre das nicht vorgekommen, denn nur dort kann er durchgebrannt sein. Die Folgen ihres Leichtsinns kamen aber erst am nächsten Tag, als der strenge Grundherr beide aus ihren amtlichen Stellen und Würden entließ und dem Richter seinen Sohn, als Strafe dafür, einrücken machte.
 Unterdessen nahm sich der damalige Seelsorger, Pfarrer Farkasch Györtsch, um die Witwe und ihren Sohn an und erwirkte bei den kompetenten Behörden in Lugosch und Temeswar die gänzliche Befreiung des Jakob Schreder vom Militärdienste. Dies wurde auf den umliegenden Ortschaften amtlich bekanntgegeben und der Flüchtling aufgefordert nach Hause zu kommen. Und richtig fand man ihn nach einigen Tagen darauf in Kawaran, wo er mit seinen Kammeraden im Holzschlage arbeitete und wohin ihm ein Waldhüter die Botschaft brachte. Natürlich machte er sich sofort auf den Weg nach Hause. Jetzt erbarmte sich auch der Grundherr und nahm den Burschen in seinen Dienst  als Knecht und so konnte er nun seine alte Mutter bis um Tode versorgen. Nach dem Tode seiner Mutter heiratete er und diente noch viele Jahre als redlicher und fleißiger Diener bei der Herrschaft

Im Ansiedlungsjahr Ebendorfs (1786) war das Banat schon seit 1779 eine ungarische Provinz mit einer Komunalverwaltung in Temeswar. Die deutschen Interessen des Banats wurden aber dennoch bewahrt, da die Komunalverwaltung selbst noch deutsch war. Erst knapp vor 1848 machten sich langsam ungarische Einflüsse geltend.
Und während des Ungarischen Freiheitskrieges (1848-49) wußten die Banater deutschen nicht zu wem sie halten sollten: zu den Ungarn, die ihnen die Befreiung vor dem Robot versprochen hatten - was sie auch, wie schon erwähnt, gesetzlich durchführten - , oder aber zu den blutsverwandten Österreicher, allerdings wurden die Robotleistungen ungern gemacht, wurden aber trotzdem nie als drückend empfunden.
(*Robot = Frondienst, Fronarbeit, "freiwillige", unbezahlte Arbeit für den Grundherrn, die Gemeinde etc.)
Von den Kämpfen und Armeelieferungen, einmal für den Ungarn, das andere Mal für den Kaiser waren sie nicht entzückt, jedoch gaben sie recht gerne von dem was sie hatten her, bloß Ruhe wollten sie haben. Diese Ruhe aber sollten sie nicht genießen, denn gegen Ende der Revolution kamen drei Herren in einem geschlossenen Fiaker (* zweispännige Pferdedroschke, leichtes Fuhrwerk zur Beförderung von Personen) in die Gemeinde und requirierten (* für militärische Zwecke beschlagnahmen) verschiedene Lebensmittel und Futter, hauptsächlich Hafer (* für die Pferde). Es wurden dann vier Bauern namhaft gemacht, welche diese Güter mit ihrem Fuhrwerk nach Lugosch fahren mußten. Wohin sie aber wirklich kamen blieb ein Rätsel, denn es ist von diesen vier Leuten bis an den heutigen Tag keiner wieder zurückgekehrt. Sie sind damals mitsamt ihrem Fuhrwerk spurlos verschwunden. Aber auch der Grundherr Michael Bruckenthal wurde damals, und zwar an Händen und Füßen gefesselt, trotz allem Bitten und Weinen seiner Angehörigen, von diesen Herren mitgenommen und ist niemals wieder in Vorschein gekommen, aus welchem Grund und Ursache weiß man heute noch nicht. Als dann der Aufstand unterdrückt wurde und wieder geordnete Verhältnisse eintraten, wurde seitens der Anverwandten bei den Behörden Schritte unternommen, um nach den Verschollenen zu suchen. Jedoch alles Suchen war vergebens weder einer der vier Bauern, noch aber der Grundherr wurde jemals wiedergefunden.
Diese Revolution mit all ihren Schrecken brachte jedoch dem Volke, wie schon erwähnt, auch seine Freiheit, denn seit dieser Zeit ist der Landmann erst freier, unbeschränkter Herr seines Grundbesitzes. Nachdem der, in der Revolution entführte Grundherr nicht mehr zurück kam, und seine Söhne noch zu jung waren um das Gut zu verwalten, wurde ein Direktor über den Verwalter eingesetzt, welcher die Wirtschaft leitete. Dieser Direktor aber, ein Verwandter der Baronin, hatte erstens von der Landwirtschaft wenig Kenntnisse und war ein eigennütziger Mensch. Dadurch wurde das Gut vernachlässigt und verschuldet. Im Jahre 1854, damals war der ältere Sohn, Gyula, schon zwanzig, der jüngere, Akosch, aber siebzehn Jahre alt, entließen sie den Direktor und nahmen die Wirtschaft selber in die Hände. Von nun an ging es mit der Wirtschaft noch rascher bergab, denn die jungen Grundherren führten von nun an ein ausschweifendes, sorgloses Leben. Dies konnten sie nun so eher tun, das ihre Mutter, die alte Baronin, eine melancholisch veranlagte Frau war, welche sich absolut um nichts kümmerte. Diese Frau konnte Stunden, Tage ja ganze Nächte hindurch allein, ohne Partner, Karten spielen und dabei durfte sie kein Mensch stören.
 Als passionierte Jäger veranstalteten die Grundherren 3-4 Jagden, wozu jedesmal von weit und breit alle Grundherren eingeladen wurden. Bei diesen Gelegenheiten wurden dann immer einige Tage in Saus und Braus, Jagdfeste gefeiert.
Auch verging selten eine Woche wo sie nicht ein- bis zweimal, vierspännig nach Lugosch gefahren sind, wo sie dann Tag und Nacht Karten spielten und wahre Orgien veranstalteten. Der alte Grundherr von Zgribesti, Graf Raditschki, hatte eine junge bildschöne Frau, in welche sich der junge Baron Akosch sterblich verliebte, und da er bei der jungen Gräfin Gegenliebe fand, so lies diese sich im Jahre 1862 von ihrem Gatten, dem alten Grafen, scheiden und heiratete den jungen Baron. Dieser übergab nun die ganze Wirtschaft seinem Bruder Gyula und übersiedelte mit seiner jungen Frau in die Stadt. Die Bevölkerung von Ebendorf aber atmete erleichtert auf als dieser tolle Junge von hier abwanderte, denn dieser betrachtete die Leute noch immer als Sklaven. Nun versuchte der Gyula-Baron, so wurde der ältere Baron genannt, das Gut von dem gänzlichen Untergang zu retten. jedoch vergebens, denn zu allem Unglück kam nun das Missjahr 1864, welches nicht nur für Ebendorf sondern für das ganze Banat ein Jahr des Elends und der Not war. Denn schon seit 1863 fiel kein Schnee, der Jänner des folgenden Jahres war ungemein kalt und trocken, so das die unbedeckt daliegende Wintersaat sehr vielen Schaden litt. Dazu kam noch das es im Sommer gar keinen Regen, Tau gab. Die Hitze aber einen ungeheuren Grad erreicht hat. Die Folge war das alle Feld- und Gartengewächse austrockneten. man war gezwungen die verkrüppelten Ähren samt Wurzel aus dem Boden zu nehmen um sie zusammenbinden zu können. Durchschnittlich gab das Joch kaum zwei Metzen Heu, Stroh im Allgemeinen. Also Futter für das Vieh gab es fast gar nicht. Dazu trockneten auch noch die Brunnen aus und man konnte auf Stunden kein Wasser finden. Das Vieh konnte nur alle 24 Stunden einmal getränkt werden. Ein Metzen Weizen welcher bisher um 1,45 fl. zu haben war, kostete jetzt 7-8 Gulden, aber auch zu diesem hohen Preis war oft kein Getreide zu bekommen. Es gab Wochenmärkte, auf welchen weder Mehl noch Weizen zu sehen waren. Die Bäcker konnten in größeren Ortschaften auch um schweres Geld nicht hinreichend Mehl für Brotvorrat herbeischaffen, schon um Mitternacht wurden ihre Backstuben von der hungernden Menge umlagert, um ja nicht leer auszugehen. oft entstanden Schlägereien, Balgereien vor der Backstube in den Städten um eher zu Brot zu gelangen, oder man riß sich auch von Hunger gequält die Speisen aus den Händen.
Die Regierung tat zwar vieles um diese Not zu lindern. Sie ließ auch Getreide und Mehl ins Banat einführen. Aber das Elend dauerte trotzdem fort, bis die ergiebige Ernte des folgenden Jahres das Volk wieder aus der Not herausriß.
Dieses Notjahr nun, zerrüttete die herrschaftliche Wirtschaft gänzlich; trotzdem ihr die Jahrespacht für dieses Jahr von der Regierung gestundet wurde, ging es nicht mehr. Die Bauern konnten, da sie selbst nichts hatten, natürlich das Zehntel auch nicht abliefern und so hatten dann die Gläubiger im Jahre 1869 das Gut auf dem Lizitationswege verkauft.
Bei der Lizitation kaufte Herr Josef Zeyk von Zeykfalva, ein Siebenbürger, dasselbe um den Preis von 120.000 Gulden mit folgenden Bedingungen an: 20 Jahre darf das Gut nicht weiterverkauft werden. Unter dieser zeit hat der Verkäufer das Recht das gut um denselben Preis nebst 4 Prozent Zinsen zurückzukaufen. Über diese 20 Jahre kann die Familie Bruckenthal die Herrschaftsgebäude bewohnen, wovon sie auch bis zuletzt Gebrauch machte.
Zu dieser Zeit hatte der Ebendorfer Hotar 3.600 Kataster Johe (Joch?) von welcher auf die Herrschaft 1.800 Johe und auf die Kolonisten 1.800 Johe entfielen.
Einwohner waren zu dieser Zeit 778 Seelen, 669 katholisch, 100 Lutheraner und 9 Juden. Es gab damals etwa 100 halbe und etwa 25 Kleinhäuser. Die 1.800 Joche Herrschaftsfelder mit zirka 16 Joche auf welchen die Wirtschaftshäuser sowie Parkanlagen standen, übergingen in den Besitz des Herrn Joseph Zeyk. Außer diesen Gründen verblieben immer noch einige Hausplätze in dem Besitze der alten Herrschaft, welche aber unter den 20 Jahren alle an die Ebendorfer Kolonisten um den Preis von 70-80 Gulden pro Hausplatz zu 400 qm verkauft worden. Im Jahre 1886 verstarb dann hier, im hohen Alter von 92 Jahren, die alte Baronin, eine geborene Gräfin Wenkheim. Ihr Leichnam wurde nach Klausenburg überführt und in der dortigen Familiengruft beigesetzt.
Nach dem Tode der alten Baronin übersiedelten nun die beiden ledigen Geschwister, der Gyula Baron und seine Schwester ein ... Mädchen - sie hinkte - nach Seudalak (?) bei Lugosch, wo sie sich ein kleines Gut ankauften. Kaum das sie sich in Seudalak zuhause fühlten, starb plötzlich die Komtesse. Von nun an lebte der Gyula Baron alleine, gänzlich zurückgezogen auf seinem kleinen gut in Seudalak, bis auch er im Jahre 1913 im hohen Alter von 78 Jahren als Junggeselle gestorben ist. Zu seinem Begräbniss sind damals sehr viele Ebendorfer Einwohner nach Seudalak gefahren, um ihrem einstigen Grundherren das letzte Geleit zu geben. Der jüngere Grundherr, Baron Akosch, soll angeblich bei einem Wettreiten in Budapest tödlich verunglückt sein, ohne Nachkommen zu hinterlassen. Somit wäre mit dem Tode des Gyula Baron die Familie Bruckenthal ausgestorben.
Nachdem die alte Herrschaft von ihrem vertragsmäßigen Rechte, das Gut, während der 20 Jahren zurückzukaufen, keinen Gebrauch machte, so verkaufte Herr Joseph Zeyk dasselbe im Jahre 1892 dem Großgrundbesitzer Winterberg Gyula von ... (?) Torontal um den Preis von 250.000 Gulden.
Vom Winterberg Gyula, welcher es nur kurze Zeit hatte, kaufte es dann Herr Bodanski Lajosch. Dieser Grundherr verkaufte den Einwohnern 100 Joch Herrschaftsfelder. Die übrigen 1.700 Joch hat dann im Jahre 1904 die Budapester ... (?) Hitlbank auf Lizitationswege um 300.000 Kronen angeworben und noch im selben Jahre kam das Gut abermals unter den Hammer, und hat es die Arader Bank erstanden.
Nachdem sich nun ein Besitzer nach dem anderen auf dem verschuldeten Grund heruntergewirtschaftete hatte, entschloß sich endlich das Feld Parzellen- und jochweise an die Kolonisten zu verkaufen. So das bis zum rumänischen Imperium bereits das ganze Feld schon in Privatbesitz gelangte, bis auf 526 Joch welche noch in Bankhände waren.
Seither aber kauften sich die Ebendorfer Einwohner von den umliegenden Ortschaften noch Felder an und zwar von der Gemeinde Oloschag und von der Gemeinde Dragomireschti 250 Joch. Somit hat Ebendorf heute über 4.000 Joch Felder im Besitz.
Als im Jahre 1919 die neue Agrarreform geschaffen wurde, expropierte der Staat die 526 Joch Bankfelder, wovon 108 Joch an die kriegsbeteiligten Anwärter von 2-5 Joch verteilt wurden. Je 30 Joch erhielt der Notar, Pfarrer und Lehrer, zusammen 90 Joch und 300 Joch erhielt der Regatler (*aus dem "regat"- Königreich Rumänien stammender) General Justian, für im Kriege geleistete Dienste, geschenkt. Die restlichen 28 Joch behielt sich der Staat als Reservefeld zurück, welches die Gemeinde für Weidezwecke pachtete.
Hier sei noch erwähnt, daß sich die hier ansässigen Juden in einer verhältnismäßig kurzen Zeit, einen beträchtlichen Teil der Felder und Hausplätze aneignete.
Der erste Jude der sich hier im Jahre 1860 ansässig machte war Adolf Salinski, welcher bis dahin jedes Jahr ein- bis zweimal als Hausierer mit allerlei Tand die Gemeinde aufsuchte. Als armer Mann mit einer großen Familie kam er hier an und errichtete sich mit Erlaubnis des Grundherren eine kleine Kreislerei (*Greißlerei - kleines Lebensmittelgeschäft) ein. Bald erhielt er auch von der Herrschaft das Gemeindewirtschaftshaus in Pacht, daneben betrieb er allerlei Handel. Er kaufte jedwelche Getreidearten im Kleinen so wie im Großen zusammen, er handelte mit Eier, Butter, Häute usw. Und durch gute Verbindungen in Lugosch erhielt er von dort Geld geborgt, bis seine Existenz gefestigt war. Das Geschäft ging gut und es dauerte auch nicht lange und er kaufte von der Herrschaft, die immer mehr herunterkam, das Haus mitsamt der Wirtshauslizenz und 1/2 Joch Garten um 800 Gulden an. Und nicht lange darauf erstand er auch schon das Eckhaus an der Komitatsstrasse, das heutige Eppeltauerische ( *Postjakob), wo er sich noch ein Geschäft einrichtete und einen nahen Verwandten, Moritz Salinski, darauf setzte, Im Jahre 1872 kaufte er schon das dritte Eckhaus, das heutige Pfefferische (* ehemalige Wirtshaus am Wasserturm) an und richtete auch dort ein Geschäft mit wirtshauslizenz ein, worauf er seinen älteren Sohn, Adolf, setzte. So hatte er sich in kaum 12 Jahren in Ebendorf schon 3 Häuser mit 3 Geschäften und 2 Wirtshäuser angeworben. Jetzt begann erst recht für sie die Konjunkturzeit. Sie kauften im Herbst von den Bauern die Getreide um einen billigen Preis zusammen, mahlten den Weizen und verkauften ihnen im Frühjahr das teure Mehl und die Kleie. das beste Geschäft aber machten sie mit dem Hafer. Sie borgten den Bauern im Frühjahr Hafer für anbauen und bekamen im Herbst für 2 Metzen, 3 zurück. Jedoch meistens versagte die Ernte und so borgte der Bauer im Frühjahr darauf noch einmal und das ging so lange bis endlich der Bauer nicht mehr nachkommen konnte, so verkaufte er den Juden ein Joch Feld oder Hausplatz. Auch borgten sie den Läuten Geld auf Schuldschein, für welchen sie außer Zinsen, ihnen mit den Fuhren noch alle Arbeiten leisten mußten. Die meisten konnten die Schuld natürlich nicht mehr begleichen, so quittierten sie sich zumeist mit Grund und Häuser. Und so mancher Familie wurde in dieser Zeit ihr Haus und Grund wegen einem Pappenstiel (*sehr billig; Pappenstiel -Löwenzahnstiel, die im Wind verwehte Samenkrone galt als Sinnbild für Geringfügiges, Wertloses) auf Lizitationswege durch die Juden verkauft. So das in den achtziger Jahren, wie schon oben erwähnt, die Juden einen beträchtlichen Teil an Häuser, Felder und Hausplätze in Besitz hatten. In dieser Zeit hatten dann einige Männer, mit Herrn Franz Neidenbach, Lehrer, an der Spitze, einen Konsumverein gegründet und haben ein Geschäft eingerichtet, welches am Anfange auch florierte; jedoch dauerte dies nicht lange, denn die Juden haben so lange dagegen angekämpft und konkurriert, bis endlich dasselbe zu Fall gebracht wurde. Im Jahre 1904 haben sich dann wieder 11 Männer, die sogenannten "elf Apostel" zusammengestellt und haben ein Wirtshaus errichtet. Sie kauften sich gemeinschaftlich das Herrschaftshaus mit den dazugehörigen 3 Joch Park um 5.000 Fl. (*fl,Fl- Flo-rin od. Gulden).
Diese Haus wurde restauriert, und dann das Wirtshaus eingerichtet. Als aber anschließend der Gesuch um eine Wirtshauslizenz bei der Finanzdirektion eingereicht wurde, Waren es wieder die Juden mit ihrem Geld und ihrem großen Einfluß, welche dagegen mit allen Mitteln ankämpften, was zur Folge hatte daß sie zweimal von der Finanzdirektion mit ihrem Gesuch abgewiesen wurden. Nun entschloß man sich zum letzten Mittel zu greifen: eine Deputation von 4 Mann fuhren nach Budapest zum Abgeordneten um Hilfe zu erbitten. Der damalige Abgeordnete, Karl Husar, empfing die Leute freundlich und hörte sie ab und erwirkte ihnen noch denselben Tag vom Ministerium die Bewilligung einer Wirtshauslizenz. Nun richteten sie sich gemeinschaftlich das Wirtshaus ein, versorgten sich mit guten Getränken und setzten aus ihrer Mitte einen Wirt, Herr Henritzi, ein. Eine Zeit lang nun war alles in bester Ordnung, das Wirtshaus ging gut, brachte auch einen annehmbaren Reingewinn ein, bis es dann den Juden wieder gelang unter den "elf Aposteln" Zwietracht zu säen und einen gegen den anderen aufzuhetzen. Dies hatte dann wieder zur Folge daß sie sich gegenseitig kein Vertrauen mehr schenkten, wie dies schon bei solchen Unternehmungen, wo mehrere Personen beteiligt sind, leider auch heute noch, der Fall ist, in einer Zeit in der doch der Genossenschaftsgeist gefördert werden soll. Es wurde daher schon im Jahre 1906 die Gemeinschaft aufgelöst, und der Platz in 11 Teile aufgeteilt, so daß ein jeder 1/4 Joch Hausplatz erhielt. 1/2 Joch, das Wirtshaus mit der Lizenz und sämtlicher Einrichtungen übernahm Herr Henritzi und zahlte dafür noch jedem Mitglied 600 Fl. aus. Somit blieb er dann alleiniger Eigentümer des Wirtshauses. Er baute sich nun einen großen Tanzsaal an und richtete sich auch eine Greißlerei ein und da er billige und gute Getränke ausschenkte, und sämtliche Waren im Geschäft einführte, blühte das Unternehmen auf und besteht heute noch (*1930) als Gasthaus großes Wirtshaus von Ebendorf, geleitet vom Eigentümer Heinrich Henritzi.
Mit den Juden aber ging es von den 90-er Jahren angefangen wieder langsam zurück. Ihr großes Wirtshaus wurde, da jetzt alle Unterhaltungen sowie Bälle, Versammlungen im neuen, großen, modernen henritzischen Saale abgehalten wurden, einbezogen. Als der alte Jude im Jahre 1895 verstorben ist, hinterließ er seinen Angehörigen, seinem Cousin Moritz Salinski, sowie seinen beiden Söhnen, Adolf und Bertschi, jedem ein gutgehendes Geschäft und Wirtshaus sowie ein beträchtliches Vermögen zurück. Als dann im Jahre 1905 auch Moritz Salinski gestorben ist, verkauften sie noch die zwei Geschäfte und verteilten sich das Vermögen. Die Familie Moritz´s und Adolf´ s zogen nach Lugosch, wo sie sich niederließen. Der jüngste Salinski, Bertschi, aber verblieb in Ebendorf als Privatier. Er gab sein Feld in Pacht und kaufte weiterhin Getreide zusammen, verkaufte von nun an ein Joch Feld um das andere und ein Haus nach dem anderen an die Ortsinsaßen. Jedoch erst der (*erste) Weltkrieg und seine Folgen brachten den Juden gänzlich zu Fall. Erstens zeichnete Herr Salinski große Summen an Kriegsanleihe und beteiligte sich an großen verfehlten Spekulationen, welche sein ganzes, noch bestehendes, Vermögen Verschlag. Den letzten Besitz, ein Haus mit 1/2 Joch Garten verkaufte er an Herrn Meier um ... Kronen. Zwei Häuser mit zusammen ... Joch Feld aber kauften die im Jahre 1919 eingewanderten Weidentaler an. Und als er im Jahre .... in Lugosch verstarb, hinterließ er seine Witwe mit 2 Kinder in armen Verhältnissen im Hauszins (*Miete) wohnend zurück, wo sie sich heute noch ihr Leben mit der Schnitzerei fristet. Somit haben hier die Juden die ganzen 60 Jahre gehaust, vom Jahre 1860-1920, sie sind arm eingezogen und nach einer glanzvollen Periode wieder arm von hier abgezogen.

Über die Wassernot in Ebendorf muß man schon ein eigenes Kapitel schreiben, da sogar Menschen ihr Leben hierfür opfern mußten. Ja der Mangel an Wasser machte, wie schon am Anfang erwähnt, unseren Ahnen große Sorgen und blieb bis zum heutigen Tage stets unser Sorgenkind, denn es konnte bis heute trotz vielen Versuchen kein Quellenbrunnen mehr gemacht werden. Die ersten zwei Brunnen, welche bei der Ansiedlung gemacht wurden, stehen beide in der Hauptgasse. Diese haben wirklich starke Wasserquellen, jedoch durch die allzugroße Tiefe, entstehen immer wieder mit den Aufzugsmitteln große Kalamitäten. Als Zugmittel in der ersten Zeit werden, wie beim Getreidetreten, Pferde um den 1,5 Klafter breiten Bruchstein ... Riesenbrunnen herum und haben so den Eimer aus der Tiefe von 48m (*?) herauf gezogen. Später wurden die Brunnen mit einem Pumpwerk versehen, jedoch auch jetzt mußten immer noch 2 Personen ihre sämtlichen Kräfte anwenden bis sie 1-2 Eimer damit heraufdrehten. Außerdem kostet die Instandhaltung der Pumpen viel Geld, denn es müssen ständig einem Fachmann jährlich 6.000-8.000 Lei bezahlt werden, welche dieselben im Stande hält, da ständig Reparaturen dran nötig sind. Bei solchen Reparaturen an den Rohren oder an dem Saugaparat werden die Fachleute in einer Großen Kiste und einem starken, hierzu bestimmten Seil, mittels einer Rolle, welche 8 Mann bedienen, hinuntergelassen. Bei dieser Arbeit sind, seit wir uns erinnern können, schon 2 Mann ums Leben gekommen.
Im Jahre 1874 fiel ein gewisser Werksmeister aus einer Höhe von cca 24m aus der Kiste und war, bis Hilfe hinunterkam ertrunken bzw. erschlagen. Im Jahre 1888 sind der damalige Schmiedemeister Peter Müller und Nikolaus Dufski (*Dubski) in den Brunnen gefahren (*das hinablassen der Kiste nannte man in Ebendorf "in den Brunnen fahren") um eine Reparatur vorzunehmen. Müller schraubte den Saugaparat ab, um diesen nach oben zu bringen, er rief hinauf man möge das Werk andrehen, vergaß aber oben die Rohre zu befestigen und in dem Moment in dem die Männer oben andrehten, stürzten die ganze Rohre im Brunnen zusammen und töteten den Schmiedemeister. Und wie durch ein Wunder blieb sein Begleiter unversehrt, er kroch in diesem Moment in eine Nische, wo ein Bruchstein aus der Mauer gefallen war.
Als im Jahre 1800 die Ansiedler sich bei der Kameralverwaltung in Temeswar wegen Wassermangel beklagten, wurden dann im Tale, beim Eingang in die Gemeinde noch 2 Brunnen von der Kameralverwaltung, das heißt auf ihre Spesen, gegraben, welche aber sehr tief und mit Schwengelaufzug versehen sind. Dadurch wurden dann die 2 Brunnen im Dorf entlastet, da seither das Vieh meistens unten im Tal getränkt wird. Seither werden schon an verschiedenen Stellen der Gemeinde Versuche unternommen einen Quellenbrunnen zu machen, jedoch immer vergebens. Seltsamerweise hatte der Landwirt Johann Zeller das Glück im Jahre .... bei einer Tiefe von ... m eine Quelle zu finden, mit diesem zusammen hat nun die Gemeinde 5 Quellenbrunnen. Im Jahre 1919 versuchte die Gemeinde nochmals, in einer Nebengasse, einen Brunnen zu graben. Es wurden 38 m tief gegraben und gleich mit Brennziegel ausgemauert, dann noch 12 m tief gebohrt, zusammen also 50 m tief ohne auf Wasser zu kommen. So mußte auch dieser Versuch als vergebliches Unternehmen eingestellt werden, und so stand derselbe viele Jahre unfertig da, bis im Jahre 193- dieser zusammenstürzte und viele tausend Ziegel vergrub. Da aber auch weit und breit kein Fluß vorhanden ist, so halfen sich die Leute in der ersten Zeit dadurch aus, daß sich jeder im Garten ein Loch auswurf, ein sogenanntes Stampfloch (*Stambeloch) worin sich Regenwasser sammelte, damit im Hause Wasser sei. (*Dieses Stampfloch entstand aber dadurch daß man früher die Häuser nicht mit Ziegel errichtete, sondern zwischen zwei, aus Ruten geflochtenen Wänden, mit eben dieser Erde aus dem Loch im Garten eingestampft hat). In letzter Zeit wurden diese Stampflöcher wieder zugeworfen und durch Brunnen ersetzt. Es wurden daher 2-6 m tiefe Brunnen gegraben, mit Ziegelsteinen ausgemauert und das Regenwasser von den Dächern, mittels Dachrinnen, hineingeleitet. Somit erhalten die Leute reines Regenwasser zum Wäsche waschen und das nötige Wasser für die Haustiere. Zum Glück   findet man aber auf dem Hotar und sogar an vielen höheren Stellen als die Gemeinde liegt, schon bei 8-10 m tiefe gutes Quellwasser. Im Jahre 1934 versuchte nun die Gemeinde, auf allgemeines Verlangen der Bevölkerung nochmals einen Brunnen zu machen. Bei 14 m Tiefe angelangt, mußte da die Arbeit auf einige Tage eingestellt werden, da keine Ziegel vorhanden waren. Unter dieser Zeit ging einmal der Junglandwirt Nikolaus Dufski (*Dubski) zum Brunnen und horchte hinunter, und es kam ihm vor als höre er Wasser rauschen. Diese Beobachtung teilte er mehreren Männer der Gemeinde mit, welche nun beschlossen einen Mann hinunter zu lassen und sich zu überzeugen. Dubski, ein couragierter junger Mann, bestand darauf hinunter zu fahren. er machte in das Seil eine Schlinge und stellte sich mit einem Fuß hinein. Nun wurde er mit der Rolle, mit welcher der Grund heraufbefördert wurde, hinuntergelassen. Unten angelangt bemerkte er an einer Stelle wie es sauste. Im guten Glauben es sei Wasser, bohrte er, mit einer Eisenstange, an dieser Stelle. Auf einmal entströmte dieser Öffnung Gas, als er dieses verspürte, rief er auf einmal auf, hier ist scharf. Als er aber schon gut über der Hälfte war, lösten sich seine Hände plötzlich vom Seil los und er stürzte Kopfüber in den Brunnenschacht hinunter, von wo er erst nach einigen Stunden mit einer Brunnenkatze, mit zerschmetterten Gliedern, tot heraufgezogen wurde. Das letzte Opfer unserer Wassernot. Im Brunnen aber wurden die Ziegel ausgehoben und dann wurde er zugeworfen.
Oh, Schicksal, wie unergründlich sind oft deine Wege. Vor 47 Jahren entging der ledige Landwirt Nikolaus Dufski, durch einen glücklichen Zufall, dem sicheren Tode im Brunnen und jetzt, im Jahre 1934, starb sein einziger Sohn Nikolaus im 33-ten Lebensjahre in einem Brunnen, seine alten Eltern, 2 Kinder und eine Witwe zurücklassend. Hier müßte endlich der Staat eingreifen und durch staatliche Ingenieure untersuchen lassen ob es nicht möglich wäre, in der Gemeinde einen artesischen Brunnen zu bohren, welcher die Gemeinde mit genügend Wasser versorgen würde. Natürlich müßte hier, wie gesagt, das Komitat oder der Staat behilflich sein, die Kosten zu decken, da die Gemeinde zu arm ist um die Untersuchungen vornehmen zu lassen.
Die erste Kirche, welche gleich bei der Ansiedlung errichtet wurde, ist, da sie aus Holz und schlechtem Material hergestellt wurde, schon im Jahre 1792, bei einem mächtigen Sturmwind, eingestürzt. Nun wurde der Gottesdienst mit Einwilligung des Tschanader Bischofs Ladislau Köschegi de ... in der Schule abgehalten. Es wurde, noch im selben Jahr, an die ungarische Hofkammer um die Genehmigung zur Erbauung einer Kirche angesucht, und gleichzeitig Risse und Kostenüberschlag (*Kostenvoranschlag?) eingereicht, die Genehmigung wurde aber erst im Jahre 1808 erteilt, und noch im selben Jahr wurde mit dem Bau der heutigen Kirche begonnen, welche der damalige Patronsherr, Baron Michael Bruckenthal, von einem siebenbürger Baumeister aufbauen ließ. Sie wurde aus Stein aufgebaut und kostete 2200 Gulden. Bei dem Bau der Kirche mußten, notdürftig, die Einwohner alle Fuhren und Handarbeiten unentgeltlich leisten. Zu der Grundsteinlegung entsendete der Bischof, den Lugoscher Quardian Jeremias Delprini, welcher im Namen des Bischofs den ersten Stein beim Bau der Kirche legte.
Im Jahre 1811, also nach 3 Jahren, wurde die Kirche endlich fertig und übergeben, im selben Jahre, am 29. September wurde sie dann, im Namen des Erzengels Michael, feierlich eingeweiht (*auf Verlangen des Barons Michael Bruckenthal). Die Einweihung vollzog, im Namen des Bischofs, der Temeswarer Fabriker Pfarrer und bischöflicher Rat Georg Kisch. Anwesend waren noch: Jäger Ambrusch- Ebendorfer Pfarrer, Lugoscher Quardian Ludwig Istvan, Darowarer Pfarrer Kollar Michael, Wetschehauser Pfarrer Atanasowitsch Istvan, lugoscher Bruder ... .
Die Kirche hielt ohne Renovierung bis im Jahre 1905 aus, dann aber mußte dieselbe, da die Mauern große Risse zeigten, renoviert werden, welche den Betrag von 4427 Kronen, 63 Heller kostete. Auch wurde damals das heutige Pfarrhaus um den Betrag von 13.617 Kronen, 68 Heller umgebaut, welches die Arader Bank, als damaliger Patronsherr bauen ließ. Im Jahre 192- haben sich dann wieder gefährliche Sprünge an dem Mauerwerk gezeigt, und mußte wieder eine gründliche Reparatur vorgenommen werden. Diese kostet ... Lei, welche Lasten schon die Gemeinde übernehmen mußte und in Form einer Kultussteuer eingebracht wurde. Im Weltkrieg mußten auch wir die Glocken abführen, aber schon im Jahre
1923 schafften wir uns wieder 3 neue Glocken an, wozu uns unsere Landsleute in Amerika das meiste beisteuerten (*249 US Dollar).
 
 

Die Pfarrherren

Seit der Ansiedlung bis heute wirkten hier folgende Pfarrer: von 1786 bis 1792 Michael Mersch, ihm folgte bis 1794 Pater Müller Damasus Kapistran, bis 1795 Pater Joanus Kronthaler. Bis 1804 Pater Alfons Teklaschi, bis 1812 Pater Ambrosch Jäger, bis 1918 Gaspar Kroschek, bis 1833 Leschkowisch Valentin, bis 1835 Krip Anton, bis 1838 Fried Nachtigall, bis 1843 Stefan Kumka, bis 1844 Peter Kümmel, bis 1852 Farkasch Georg, bis 1854 Dionisius Schmalz, bis 1962 Anton Wrede, bis 1863 Krechs Wilhelm, bis 1865 Fanyo Joanes, bis 1872 Krechs Wilhelm, bis 1902 Ignatz Widowisch , bis 1919 Joseph Posch und von 1919 bis heute ist Hochwürden Emanuel Pakosch Seelenhirt. Einer der fähigsten, daher beleibtesten Pfarrer, dem das Wohl der Gemeinde am Herzen lag, war unbestritten Herr Ignatz Widowisch, welcher 30 Jahre hindurch, von 1872 bis 1902, die hiesige Seelsorge inne hatte.(* Herr Julius Köhler konnte zu der damaligen Zeit, als er dieses Werk verfaßte, noch nicht wissen das Pfarrer Pakosch Emanuel 32 Jahre lang in Ebendorf tätig sein wird, und das dieser sich mit Leib und Seele für die Gemeinde einsetzte).
Als Präses des Kultes und Schulkomision, hielt er (Ignatz Vidovich) so manche aufklärende Rede über aktuelle Angelegenheiten an die Mitglieder der Kultus- und Schulkomision, bei deren Sitzungen. Nachstehend bringe ich wortgetreu das Protokoll einer solchen Sitzung:
Schulkoisionssitzung abgehalten am 3 Oktober 1182.
Gegenwärtig waren die Schulkomisionsmitglieder: Burghardt Nikolaus, Burghardt Michael, Reiter Josef, Megerle Josef, Kristoff Martin, Hubatschek Joseph und Sutschek Jakob.
Herr Präses legte in kurzen Worten den Zweck der Sitzung dar. Es wurde die Ministerielle Verordnung vom 7. August unter der zahl 15027, betreff des Schulbesuches der Schulkomision, wie auch der schulpflichtigen Jugend zur Kenntnis genommen. Hierauf wurde der Gesetzartikel von den Pflichten der Schulen Paragraph 125 vorgelesen. Bei dem Besuche der Schule, erwähnt Herr Präses, daß das Gesetz die Schulkomision verpflichtet, wöchentlich ein Mitglied, welches die betreffende Schule zu besuchen hat, zu entsenden, dort, nach den Weisungen der Schulkomision alles ins Auge zu fassen.